Am 26. September 1919 ereignete sich auf der Unstrutbahn in Balgstädt ein Unfall mit einem Güterzug. Ein planmäßiger Personenzug kam aus Richtung Freyburg. Gleichzeitig fuhr ein "Kali-Sonderzug" in Richtung Freyburg, der aber aus welchen Gründen auch immer nicht gemeldet war. Die Strecke war eingleisig, so wie heute. Das Einfahrsignal aus Richtung Freyburg stand auf Fahrt frei. In Richtung Freyburg gab es nur ein Ausfahrsignal vor dem ehemaligen Übergang in Richtung Unstrutwiesen. Ob dieses Signal Halt zeigte weiß ich nicht. Jedenfalls hat mein Urgroßvater Karl Ludwig schnell die Weiche so gestellt, dass der Güterzug auf das Abstellgleis fuhr und auf den am Ende stehenden Prellbock auffuhr und dann den "Haufen" bildete. Nach passieren der Weiche wurde diese wieder zurückgestellt und der Personenzug fuhr unbeschadet in den Bahnhof ein. Ein Verschulden von Karl Ludwig kann nicht sein, denn er bekam von der Reichsbahndirektion sogar eine Belobigung. Es kann natürlich sein, dass das Ausfahrtsignal Richtung Freyburg wegen technischem Defekt auf Frei stand. Aber da es keine Zeitzeugen mehr gibt, ist das reine Spekulation.. Auf der Fotopostkarte von dem Unglück ist mit Bleistift vermerkt "Karls Haufen". (Text & Postkarte: Peter Spies)
Frank Thomas http://www.unstrutbahn.de 11.08.2015, 524 Aufrufe, 0 Kommentare
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